Profil
Moanda Daddy Kamono

Ein Schauspieler spricht für die Rolle von Shakespeares Richard III. vor. Er ist fest entschlossen, diesen Bösewicht zu geben, sich an seiner Widersprüchlichkeit zu reiben und seine Menschlichkeit freizulegen. Doch das Urteil über ihn fällt schnell und einhellig aus: Er entspricht nicht dem Profil.

In Form eines kraftvollen, poetischen Monologs blickt der französisch-kongolesische Schauspieler auf diese Erfahrung zurück, er hält die Zeit an und lässt uns eintauchen in einen Sog von tiefvergrabenen Erinnerungen, um sich der Frage zu stellen, was hinter dieser Absage steckt. Ist es ein Mangel an Vorstellungskraft? Die Angst oder das Unvermögen, sich von alten Zuschreibungen zu lösen? Und was bedeutet diese Zurückweisung für ihn: Ist es das Ende von allem oder der Anfang von etwas? Musik und Text schleudern uns mitten hinein in das Ringen mit tiefliegenden Wunden, hartnäckigen Vorurteilen, Erfahrungen von Krieg, Gewalt und Ausgrenzung; denn die Hoffnung, dass das Theater ein Ort des Widerstands, des Wandels, der Auseinandersetzung sein kann, besteht nicht – sie muss erkämpft werden.

Text: Moanda Daddy Kamono

Regie: Magali Tosato

Dramaturgie: Lydia Dimitrow

Bühnenbild und Kostüme: Franziska Keune

Musik: Rodriguez Vangama

Lichtdesign: Théo Serez

Ton und technische Produktion: Charlotte Constant

Mit

Moanda Daddy Kamono et Rodriguez Vangama

Produktion: Compagnie mikro-kit, Compagnie Na Kati, Théâtre de Vidy-Lausanne

Koproduktion: Théâtre Benno Besson, Yverdon-les-Bains

Premiere am 28. Oktober 2020 / Théâtre de Vidy-Lausanne

Sprache: Französisch

Presse zu „Profil“:

Der Vielstimmigkeit eine Bühne geben

Julie Evard
28.10.2020 Le 19h30, RTS - Fernsehen

"Wunderbar gespielt, wunderbar inszeniert. (...) Ein wichtiges Stück."

Briser les stéréotypes éculés

Vincent Bouquet
02.11.2020 www.sceneweb.fr

"Ensemble, Moanda Daddy Kamono et Magali Tosato réussissent, avec une forme de récit qui sort des canons habituels, à donner à la figure du comédien un relief qui va au-delà de son physique et de sa technique. (...) Un propos qui tire aussi sa force du travail scénographique de Franziska Keune (...) et de la composition live de Rodriguez Vangama. (...) Le musicien mêle la musique populaire congolaise, le jazz et le rock, avec une aisance qui subjugue. Familier d’Alain Platel, il forme un beau tandem avec Moanda Daddy Kamono et offre au plateau une ambiance lumineuse et gracieuse, inattendue, mais bienvenue, pour enluminer, sans le travestir, un sujet aussi sérieux." Extrait de: "Moanda Daddy Kamono regarde les stéréotypes en face"